Do 21. Januar 2010    20.00 Uhr

WortKunst

Heute ist morgen schon gestern

Ein Abend über die Dichterin Mascha Kaléko (1907–1975)

Martina Hirzel erzählt aus dem Leben von Mascha Kaléko und liest aus ihrem dichterischen Werk.

Mascha Kaléko feierte im Berlin der 1930er-Jahre Triumphe. Mit Charme und Humor, mit erotischer Strahlkraft und sozialer Kritik eroberte sie die Herzen der Menschen. Im Lyrischen Stenogrammheft beschreibt Mascha Kaléko das Grossstadtleben und die Welt des Acht-Stunden-Alltags. Sie schreibt von Liebe, Abschied und Einsamkeit, von finanziellen Nöten, von Sehnsucht und von Traurigkeit. 
Nach 1933 teilte sie als Jüdin das Schicksal vieler Zeitgenossen: Ihre Bücher wurden verboten. 1938 verliess sie mit Mann und Kind Deutschland und emigrierte nach New York. Ihrem Mann zuliebe verbrachte sie die letzten Lebensjahre in Israel. Wurzeln schlagen konnte sie hier ebenso wenig wie in New York. Vereinsamt und nahezu vergessen starb sie am 21. Januar 1975 in Zürich.

 

Interview mit mir selbst

Ich bin vor nicht zu langer Zeit geboren
In einer kleinen klatschbeflissenen Stadt,
Die eine Kirche, zwei bis drei Doktoren
Und eine grosse Irrenanstalt hat.

Mein meistgesprochenes Wort als Kind war „nein“,
Ich war kein einwandfreies Mutterglück.
Und denke ich an jene Zeit zurück:
Ich möchte nicht mein Kind gewesen sein.

Mascha Kaléko


Martina Hirzel ist ausgebildete Schauspielerin, Buchhändlerin und Psycho-therapeutin. Sie spielte zahlreiche Rollen u.a. mit der Theatergruppe Pfäffikon und der Bühne 66 in Schwyz. In den 1980er-Jahren führte sie eine Buchhandlung in Pfäffikon und veranstaltete dort Autoren- und eigene Lesungen. 1987 gestaltete sie erstmals einen Abend mit Texten von Mascha Kaléko.
  

Patronat:
Verein «Pro Schloss Pfäffikon»

Eintritt frei